​Leseprobe

Reichsbahn-Elloks in Schlesien

Entwicklung, Einsatz und Verbleib von 1909 bis heute

256 Seiten, Format 22,0 x 29,7 cm, Hardcover, mit über 300 Fotos und Zeichnungen

 

ISBN: 978-3-8375-1509-1
Autor: Peter Glanert / Wolfgang-Dieter Richter / Thomas B
Erscheinungstermin: 11.11.2015

Printausgabe
Best.Nr.: 581525

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Die Güterzugloks EG 538 bis EG 594 (E 90, E 91, E 95)

Die Personenzugloks EP 202 bis EP 252 (E 30, E 42, E 50)

Die Versuchsloks E 18 01, E 16 101, E 21

Vor über 100 Jahren begann man im damals noch preußischen Schlesien eine Reihe von Bahnlinien zu elektrifizieren. Von Vorteil war hier, dass die zur Energieversorgung der Eisenbahn nötige Infrastruktur im vorherrschenden industriellen Umfeld relativ einfach aufzubauen war. Die gebirgigen Strecken Schlesiens stellten erhöhte Anforderungen an das Rollmaterial, die mitteldeutschen Flachlandmaschinen konnten sich hier nie bewähren. Entsprechend beschaffte man speziell für das elektrifizierte Streckennetz in Schlesien eigene Wechselstrom-Elloks.

Bei den Fahrzeugbeschreibungen in diesem neuen Standardwerk spannt sich der Bogen von den ersten Konstruktionen aus preußischer Zeit bis zu den aus ihnen weiterentwickelten Bauarten und den Schnellzug-Versuchslokomotiven mit Einzelradsatzantrieb der 1920er-Jahre. Die Autoren wenden sich dabei bisher publizistisch vernachlässigten Sachverhalten zu, denn die hier vorgelegten Betrachtungen enden nicht mit den letzten Einsatztagen schlesischer Elloks in ihrer Heimat im Frühjahr 1945.

Ein kurzer Ausflug führt in die Zeit zwischen der Einstellung des elektrischen Betriebs in Schlesien und Mitteldeutschland und der Betriebswiederaufnahme im Juli 1945 in Mitteldeutschland. Letzterer dauerte jedoch nur bis zum Frühjahr 1946, als der Abtransport der elektrischen Bahnausrüstungen inklusive Lokomotiven als Reparationsgut in die Sowjetunion begann. Wenige Jahre später kehrten die Loks in die junge DDR zurück. Auf das, was mit den Heimkehrern geschah, wird ebenso eingegangen wie auf diejenigen Lokomotiven, die von Schlesien aus direkt nach Süddeutschland gelangten. Dabei werden die Baureihen E 21, E 215, E 421-2, E 503-4, E 918-9, E 927 und E 95 ausführlich betrachtet.

Zahlreiche Skizzen, Detailzeichnungen und teils ungewohnte Perspektivansichten der Lokomotiven sind auch für den Modelleisenbahner von Interesse und bieten wertvolle Anregungen.

Auszüge aus unserem Inhalt

Einleitung

Teil 1: Die Zeit von 1909 bis zum Ende des zweiten Weltkriegs

Die Ausgangssituation

Die unbekannten Schlesiereinnen

  • Der Stand der deutschen Ellok-Entwicklung im internationalen Wettbewerb
  • Unerwartete Interessenten
  • Die schwedische C+C
  • Die MIDI-Lok

Elektrische Lokomotiven für den Güterzugdienst

  • Die Auftragsvergabe
  • Warum mehrteilige Güterzugelloks für Schlesien?
  • Die B+B+B-Loks EG 538abc bis 549abc und die C+C-Loks EG 551/552 bis 569/570
  • Die Co+Co-Lokomotiven EG 571ab bis 579ab
  • Die C’C’-Güterzugloks EG 581 bis 594 (spätere E 91 81 bis 94) und E 91 95 bis 106
  • Die 1’Co+Co1’-Güterzugloks der Baureihe E 95

Die Lokomotiven für den Reisezugdienst

  • Die leichten 1’C1’-Personenzugloks EP 202 bis 208
  • Die Doppelloks EP 209/210 ff. und die Einrahmenlok EP 235
  • Die konstruktive Weiterentwicklung der EP 235
  • Die Serienlokomotiven EP 236 bis 246 undEP 247 bis 252
  • Die Technik der Lokomotiven
  • Die Personenzuglokomotiven EP 213, 214 und EP 215 bis 219

Die Versuchslokomotiven

  • Die Reichsbahn benötigt neue Schnellzug-Elloks
  • Schnellzuglokomotiven mit AEG-Kleinow-Federtopfantrieb – die E 21 01 und 02
  • Der Betriebseinsatz
  • Die E 21 51 mit ihrem unkonventionellen Antriebskonzept
  • Schnellzuglokomotiven mit Tatzlagerantrieb – die E 18 01 und E 16 101

Teil 2: Die Zeit zwischen Mai 1945 und Ende 1946

  • Die allgemeine Lage in Deutschland im Frühjahr 1945
  • Mitteldeutschland
  • Der Zusammenbruch der staatlichen Ordnung
  • Bemühungen um die Wiederaufnahme des elektrischen Zugbetriebs in Schlesien
  • Ortsfeste Anlagen in Schlesien und elektrische Triebfahrzeuge als sowjetische Kriegsbeute

Der elektrische Zugbetrieb in Mitteldeutschland nach dem Kriegsende

  • Die Wiederaufnahme des elektrischen Zugbetriebs in Mitteldeutschland
  • Schlesische Elloks in Mitteldeutschland
  • Der SMAD-Befehl Nr. 95 bringt das Ende des elektrischen Zugbetriebs in Mitteldeutschland
  • Der Abtransport der Elloks in die UdSSR

Teil 3: Schlesische Elloks bei DB und DR

Ehemals schlesische E 91 bei der Deutschen Bundesbahn

  • Einsatz und Verbleib der nach Süddeutschlandverbrachten E 91.8-9

Die Rückkehr der Auswanderinnen in die DDR

  • Das Regierungsabkommen zwischen der DDR und der UdSSR
  • Die Ankunft der Lokomotiven in Frankfurt/Oder
  • Entscheidungen zur Ausmusterung
  • In Polen verbliebene Ellokreste
  • Die Wiederaufarbeitung ehemals schlesischer Elloks und ihr Einsatz bei der DR
  • Sonstige ehemals schlesische Elloks bei der DR

Epilog

Literatur- und Quellenverzeichnis

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Datum: 05.08.2016

"Waren 35 Jahre Wechselstromzugbetrieb in Schlesien nur eine Episode in der deutschen Eisenbahn-Geschichtsschreibung?", fragen die Autoren auf der letzten Buch Seite. Die schlüssige Zusammenfassung zeigt, welche Wegweiser und Innovation diese Jahrzehnte in Schlesien auszeichneten und warum es gut tut, dies als technologischen Meilenstein ins Gedächnis zurufen. Dieser Band vermag dies zu leisten – auch für den Laien, der über die technischen Details hinweg lesen kann. Die Autoren wollen einen Mittelweg zwischen Detailtiefe und Allgemeinverständlichkeit bieten. Über die einzelnen Loktypen hinaus ist das Buch eine Art Denkmal für den innovativen elektrischen Betriebsdienst der Zwischenkriegszeit auf einer schlesischen Hauptbahn.

Datum: 04.08.2016

Wie kam es zu Entwicklung, Bau und Betrieb der späteren Baureihen E 91 und E 95 sowie vieler anderer Gattungen? Wieso war gerade das schlesische Netz Brutstätte aufwändiger und faszinierende Konstruktionen? Für Liebhaber historischer Technik und Elloks ist das Pflichtlektüre.