Ludger Kenning – Achim Rickelt: Kleinbahnreise über die Insel Rügen

Band 2: Strecken und Stationen

336 Seiten 25/21 cm gebunden, 212 Farb- und 312 SW-Fotos, 64 Skizzen

ISBN: 978-3-944390-17-8
Autor: Ludger Kenning – Achim Rickelt
Erscheinungstermin: 14.02.2020

Printausgabe
Best.Nr.: 1513

49,95 €

Nach der ausgiebigen Schilderung des Fahrzeugparks des Rügenschen Schmalspurnetzes geht es jetzt um die Charakte­ristik der Strecken, die typischen Zugformationen und um die Eigenheiten, Bedeutungen und baulichen Entwicklungen der Stationen – dokumentiert und garniert mit vielfältigen Szenen aus dem Betriebsalltag, mit fotografischen und zeichnerischen Übersichten der Anlagen sowie mit viel Lokalkolorit.

Wir beginnen unsere Kleinbahnreise in Altefähr, dem Tor zur Insel Rügen und einst der Ausgangspunkt der Südstrecke nach Putbus. Der etwa 35 km lange Abschnitt mit seinen wichtigsten Zwischenstationen Poseritz, Puddemin, Garz und Ke­telshagen erschloß eine landwirtschaftlich geprägte Region und verzeichnete auch wegen der Kreide- und Kohletransporte bis zuletzt ein hohes Frachtaufkommen. Die Fahrgäste mußten also in den gemischten Zügen mit langen Rangieraufent­halten eine Fahrzeit von über 2. Std. für die Gesamtstrecke hinnehmen – aber man hatte ja Zeit. Der Deutschen Reichs­bahn war diese Beschaulichkeit jedoch ein Dorn im Auge: So kam bereits im Herbst 1967 das Ende für die Südstrecke.

Ebenso längst Geschichte ist die knapp 38 km lange Nord­strecke von Bergen nach Altenkirchen, dem seinerzeit nördlichsten Bahnhof der DR. Die legendäre Wittower Fähre, ein Kleinbahntrajekt über den Rassower Strom, lockte in den 60er Jahren zahlreiche Eisenbahnfreunde aus Nah und Fern an. Wie auf der Südstrecke überwog hier wie­derum der Güterverkehr, vorwiegend in den Bahnhöfen Trent, Wiek und Altenkirchen, aber auch in den vielen kleineren Stationen, von denen etliche zur Kleinbahn- und teils noch zur Reichsbahnzeit einen Feldbahnanschluß zu landwirtschaftlichen Anwesen besaßen. Einen Umschlag zwischen Schiff und Kleinbahn gab es in Wiek sowie zeitweise am Bollwerk in Wittower Fähre. In den 60er Jahren war auch die marode Nordstrecke für die Reichsbahn nicht mehr zu halten: Im Sommer 1968 führte eine Kollision mit einem Traktor zum vorzeitigen Aus des Nordteils Fährhof – Altenkir­chen und im Dezember 1969 brachten heftige Schneeverwehungen auch die Strecke Bergen Ost – Wittower Fähre endgültig zum Erliegen.

Besser erging es der 1895-99 etappenweise er­bauten, gut 24 km langen Bäderstrecke Putbus – Göhren, heute als „Rasender Roland“ weit bekannt. Sie trug maßgeblich zum Aufschwung der Bade­orte Binz, Sellin, Baabe und Göhren bei und verzeichnet seit jeher zur Badesaison ein beträchtliches Fahrgastaufkommen. Geräumige vierachsige Reisezugwagen und einige Jahre lang auch komfortable Speisewagen boten dem Publikum zur Kleinbahnzeit ein besonderes Reisegefühl. Wich­tige Aufgaben erfüllte die Bahn daneben mit der Beförderung von Expreßgut, Gepäck und Versorgungsgütern, vor allem Kohle. Nach der Einstellung des Güterverkehrs im Jahr 1967 wollte sich die Deutsche Reichsbahn in den 70er Jahren auch von der Bäderbahn trennen, aber dank der Initiative vor allem von Eisenbahnern und Eisenbahnfreunden wurde der Rasende Roland unter Denkmalschutz gestellt und samt seiner Fahr­zeuge grundsaniert. Nach wechselvollen Nachwendejahren fährt er als Rügensche BäderBahn (RüBB) unter dem Dach der in Jöhstadt ansässigen PRESS nun einer hoffnungsvollen Zukunft entgegen.

Betrieblich eng mit dem Rü.K.B.-Netz verbunden war die staatliche Nebenbahn von Bergen über Putbus nach Lauterbach. Sogar Fernzüge kamen nach Putbus, wo die Reisenden Anschluß an die Kleinbahnzüge zu den Badeorten hatten. Für den Regelverkehr ist heute ebenso die PRESS zuständig, zu­dem fahren die Schmalspurzüge im Sommer auf dem Drei­schienengleis bis zum neuen Haltepunkt Lauterbach Mole. Alles einsteigen bitte!

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Datum: 19.02.2020

Im Band 2 der ergänzten und überarbeiteten Neuauflage beschreiben Ludger Kenning und Achim Rickelt das einst abwechslungsreiche Schmalspur-Streckennetz auf Deutschlands größter Insel. Neben Dokumentation der einzelnen Strecken in Wort und Bild widmen sich die Autoren auch der Entwicklung, besonders der baulichen Entwicklung der einzelnen Stationen, vermitteln Zugformationen entlang der Strecken und in den Bahnhöfen und Haltepunkten und lassen Szenen aus dem Bahnalltag für sich sprechen. Mit vielen, neu aufgetauchten und bisher unveröffentlichten, teils farbigen Aufnahmen, zeigen sie auch die längst stillgelegten und abgebauten Strecken von Altefähr nach Putbus und Bergen nach Wittower Fähre und weiter nach Altenkirchen. Erstmals werden auch Bilder der nur kurz in Betrieb befindlichen Stichstrecke zum Bug gezeigt. Skizzen zeigen die einzelnen Bahnstationen und verdeutlichen das in Text und Foto Beschriebene. Abgerundet wird Band 2 mit Informationen zur regelspurigen Nebenbahn von Bergen nach Putbus/Lauterbach, mit welcher für Reisende aus Bergen Anschluss an das heutige Schmalspurnetz nach Göhren besteht. Diese Nebenbahn wird, die auch die Rügensche Bäderbahn, heute von dem Eisenbahnunternehmen PRESS betrieben wird. Zusammen mit Band 1 ist das Werk eine umfangreiche Dokumentation über das Schmalspur-Bahnwesen auf Rügen und absolut lesenswert. Hoch informativ.