​Leseprobe

Hebel, Riegel und Signale

Eisenbahnsicherungstechnik in der Schweiz - Entwicklung der mechanischen Einrichtungen

Umfang ca. 448 Seiten, Format 22,0 x 27,0 cm, gebunden mit Schutzumschlag, über 1.000 Abbildungen, Zeichnungen, viele Tabellen, Anhang mit Chronik, Glossar, Namen-, Orts- und Sachregister

Autor: Hans G. Wägli
Erscheinungstermin: 05.06.2018

Printausgabe
Best.Nr.: 16213045

107,00 €

Diese zusammenfassende Geschichte der frühen Schweizer Eisenbahn-Sicherungstechnik skizziert die Anfänge und Fortschritte der mechanischen Signal- und Stellwerkbauarten. Der schwergewichtige Band konzentriert sich zwar auf das Geschehen in der Schweiz, betrachtet aber auch verwandte Entwicklungen im Ausland. Der fachkundige Text geht detailliert auf die Stellwerk- und Signaleinrichtungen und dabei sogar auf lokale Besonderheiten ein, ohne einen Anspruch auf absolute Vollständigkeit zu begründen. Ein Verzeichnis mit rund 1.200 Apparaten vermittelt erstmals Überblick über Stellwerke und Felderblock-Ausrüstungen in der Schweiz.

Selbst wenn die beschriebene Technik längst untergegangen ist, leben die ihr zugrundeliegenden Gedanken und Funktionsprinzipien in modernen Anlagen unverändert weiter. In der alten Technik sind sie „zum Greifen“ sichtbar und darum auch gut nachvollziehbar. Umfangreiche Tabellen und statistische Darstellungen vermitteln erstmals eine Gesamtübersicht über die Geschichte jenes Kerngebiets des Eisenbahnbetriebes, das dessen Ruf als ebenso zuverlässiges wie sicheres Verkehrsmittel begründete. Dieses Standardwerk zur Schweizer Signal- und Stellwerktechnik schließt eine Lücke in der Eisenbahn-Literatur.

Der Autor, Hans G. Wägli, war von 1972 bis 2006 in verschiedenen verantwortlichen Positionen für die SBB tätig, darunter als Gesamtprojektleiter 150 Jahre Schweizer Bahnen. Als Fachautor hat er sich mit zahlreichen Veröffentlichungen zur Geschichte des Verkehrs, der Verkehrsmittel und über deren Pioniere einen Namen gemacht. Sein zweibändiges Werk „Schienennetz Schweiz“ und „Bahnprofil Schweiz CH+“ wurde im Jahr 2012 von der Gesellschaft der Ingenieure des öffentlichen Verkehrs mit der Goldenen Schiene ausgezeichnet.

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Datum: 08.08.2018

Während sich die Abhandlungen über Dampf-, Diesel- und Elektrolokomotiven zu einem alpinen Bücherberg aufhäufen ließen, stand das Thema Eisenbahnsicherungstechnik bisher eher im Schatten der Eisenbahngeschichtsschreibung. Mit Hans G. Wägli fand sich nun jedoch ein fach- und sachkundiger Autor, der diese Differenz nach Kräften relativiert – zumindest, was die Schweiz und ihre Bahnen betrifft. Hans G. Wägli konzentriert sich in seinem epochalen Werk auf jene zweifellos großen Zeiten, da man am Schienenstrang dem Stand der Technik gemäß auf Mechanik, mithin auf Hebel, Riegel und Formsignale setzte, erste Elektrokontakte eingeschlossen. Trotz territorialer Beschränkung schließt der Autor die technikhistorischen Entwicklungen jenseits der Schweiz nicht aus: Er integriert sie insoweit, als ihre Wirkungen im bahntechnisch gut erschlossenen Alpenland bleibende Erfolge zeitigten. Selbstverständlich scheint auch der umgekehrte Weg auf, der von der gediegenen Ingenieurtechnik bei den renommierten Schweizer Bahnen zu europäischen Resonanzen führte. Hans G. Wägli löst seinen primär technikhistorisch-wissenschaftlich gewählten Anspruch ein, indem er Funktion und Entwicklung seines Forschungsgegenstands ganzheitlich beschreibt. Die Konsequenz daraus bleibt er keineswegs schuldig: Der Autor widmet sich in fesselnder Erzählweise dem Nachzeichnen längerer konstruktiver Innovationslinien ebenso wie der funktional nachvollziehbaren Erläuterung selbst kleinster mechanischer Detaillösungen in Wort und Bild. Dies alles geschieht aus der Sicht des professionellen Anwenders, der (didaktisch bemerkenswert) den kreativen Pfad von der geforderten Funktion einer gewollten Konstruktion bis hin zur praktikablen Lösung beschreibt. Dabei kommt nie das spannende Element der Biografik zu kurz: Hans G. Wägli erinnert in Wort und Bild an jene Männer, die als Erfinder, Konstrukteure und Ingenieure die mechanisch determinierte Sicherungstechnik als Teil der ersten industriellen Revolution in Europa mitverantworteten. Das opulente Buch vereint erlesene Druckqualität mit exzellenter Ausstattung in vornehmer Verarbeitung. Mit € 107,50 hat es zwar einen Preis, der tiefes Durchatmen auslöst, doch wer als thematisch Interessierter einzigartige Qualität in Inhalt und Form schätzt, wird dem Erwerb dieses Werks kaum widerstehen können.

Datum: 04.07.2018

Dieses Buch ist überwältigend. Hans Wägli schuf in jahrelanger Arbeit eine komplette Übersicht über die mechanische Zugsicherung in der Schweiz. Seine Zeitreise beginnt in der Frühzeit der Eisenbahn und endet mit dem Ersatz der letzten mechanischen Stellwerke. Zwar konzentriert er sich auf die Entwicklung in seinem Heimatland, aber auch für Nicht-Schweizer ist das Buch absolut empfehlenswert, da die Ansätze der Schweiz in ähnlicher oder vergleichbarer Form auch in anderen Ländern praktiziert wurden; Stellwerke des Typs Bruchsal G etwa, wurden auch hierzulande eingesetzt. Beeindruckend verbindet Wägli in seinem Werk Theorie und Praxis. Hervorzuheben ist die großartige Bildauswahl; neben vielen Skizzen und Detailaufnahmen zeigt der Autor auch zahlreiche Bilder aus dem Eisenbahn-Alltag. Fazit: Ein echter Schatz

Datum: 03.07.2018

(...) Dieses Werk – Frucht jahrelange, unermüdlicher Recherchen – bietet ein faszinierendes Panorama einer verschwundenen Welt und darf wärmstens empfohlen werden. Es füllt eine Lücke in der Geschichte zu Bahntechnik als Teil der ersten industriellen Revolution. (Auszug)