​Leseprobe


Süddeutsche Zeitung 201 (1./2.09.2018)

Auf Schienen durchs Wirtschaftswunderland

Die Geschichte der Bundesrepublik - Die frühen Bundesbahn-Jahre

176 Seiten, Format 29,5 x 28,0 cm, Hardcover-Einband mit Schutzumschlag, ca. 250 Farb- und S/W-Fotos sowie Plakate, Grafiken etc.

 

ISBN: 978-3-8375-1924-2
Autor: Udo Kandler
Erscheinungstermin: 16.03.2018

Printausgabe
Best.Nr.: 581736

39,95 €

eBook
Best.-Nr.: 581736-e

34,99 €

Die Geschichte der Bundesrepublik und das Wirtschaftswunder waren eng mit der rasanten Entwicklung der Eisenbahn verbunden. Deutsche Bundesbahn hieß das Unternehmen seit 1949 und es war maßgeblich am rasanten Aufschwung im Nachkriegsdeutschland beteiligt. Der Slogan „Fahr lieber mit der Bundesbahn“ verkörperte trotz der aufkommenden Motorisierung das gute Image eines Staatsunternehmens, das mit großen Schritten die Modernisierung des Schienenverkehrs in Angriff nahm. Dabei waren die Fünfziger eine besonders interessante und aufregende Zeit. Und diese markante Epoche zeichnet dieses Buch in außergewöhnlicher Weise nach. Das Gros der in diesem großformatigen Band vereinten Bilddokumente entstammt genau jener Zeit - den Jugendjahren der Deutschen Bundesbahn, die geprägt waren vom Neubeginn und Wiederaufbau, vom Wirtschaftswunder, dem erstarkenden Kraftverkehr und der Weichenstellung mit der grundlegenden Neuausrichtung des Betriebsmaschinendienstes.

Im Spannungsfeld von Tradition und Moderne zeigte sich die junge Bundesbahn in einer geradezu verblüffenden Vielfalt. Die Eisenbahn erreichte ein niemals wiederkehrendes Nebeneinander von Dampf-, Diesel- und Elektrotraktion, einen Zustand der überbordenden Mannigfaltigkeit. Ein jeder Liebhaber alter Eisenbahnfotografien aus den frühen Tagen der Deutschen Bundesbahn und wie auch jene, die sich für die Nachkriegsgeschichte im Allgemeinen interessieren, werden entzückt und verblüfft zugleich sein, über die maßlose Fülle der Motive. Bilder, die ein Feuerwerk der Emotionen entfachen, die aber auch mit ausführlichen und informativen Texten beschrieben werden.

Auszüge aus unserem Inhalt

Abseits der Magistralen

Die DB im Straßeneinsatz

Kraft Amtes

Brennpunkt Bahnübergang

Massenbewegung

Wagen fürs Wirtschaftswunder

Einfach elektrisierend

Eisenbahnlandwirtschaft

Ausbildung und Nachwuchsförderung

Hausbau mit der Bahn

Der Marshall-Plan-Zug

Der Platz vorm Bahnhof

Mit der Bahn übers Meer

Jung und dynamisch

Auftakt im Bayerwald

Leichtes Spiel mit schwerer Last

Seiner Zeit voraus

Tag des Baumes

Unliebsame Vorkommnisse

Bewegte Zeiten

Momentaufnahmen zum Ausklang

Impressum

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Datum: 06.09.2018

Nostalgie pur. „Weißt du noch?“ oder „Das kenne ich doch aus eigener Erfahrung“ möchte man an vielen Stellen dieses Werkes ausrufen, wenn man die Zeit selbst miterlebt hat. In 21 Kapiteln begleitet der Autor die Geschichte der Bundesbahn, ihre Aufbauleistung, ihren Wechsel von alten zu neuen und besonders innovativen Fahrzeugen und lässt damit nicht nur die Oldtimer wie mich, sondern gerade jüngere an die erlebnisreichen Zeiten des Wiederaufbaus und des Wirtschaftswunders teilnehmen. Gerade an letzterem hatte die Bahn nicht unerheblichen Anteil. Ohne funktionierenden Verkehr wäre vieles nicht möglich gewesen. Insofern setzt der Autor mit diesem mehr als empfehlenswerten Buch der Leistung der Bundesbahn ein besonderes Denkmal.

Datum: 03.09.2018

Es ist dieses eine Farbfoto, das einen mit einem Schlag versetzt in die Zeit der Wirtschaftswunderjahre. Man sieht Reisende am Münchner Hauptbahnhof, die sich bei einem Verkäufer mit ein paar Zeitungen eindecken. Die Männer tragen Hüte zum Anzug, auch die Frauen haben sich rausgeputzt. Im kurzen Text dazu schildert Buchautor Udo Kandler, was früher selbstverständlich war, heute allerdings kaum mehr angeboten wird: Dass die Reisenden beim Zwischenstopp kurz auf den Bahnsteig sprangen, um sich am mobilen Zeitungsstand mit Lesestoff einzudecken. Auch viele andere Fotos in dem sehenswerten Bildband „Auf Schienen durchs Wirtschaftswunderland“ erinnern an eine Zeit, in der die Eisenbahn nicht nur für viele das Haupttransportmittel war, sondern auch der Treiber eines rasanten wirtschaftlichen Aufschwungs. Kenntnisreich in seinen Texten und mit tollen Fotos bebildert schildert Kandler, welchen Beitrag die Deutsche Bundesbahn in ihrer Anfangszeit zum wirtschaftlichen Wiederaufstieg leistete. Er berichtet, wie von der Mitte der Fünfzigerjahre mehr und mehr Strecken mit Oberleitungen versehen und die alten Dampflokomotiven nach und nach von elektrischen Fahrzeugen oder von solchen mit Dieselantrieb ersetzt wurden. Er zeigt auf, wie neue Bahnhöfe anstelle manch eines kriegszerstörten Gebäudes errichtet wurden. Und er spart auch Negatives nicht aus, wie Fotos von verunfallten Waggons und Loks im Kapitel „Die DB auf Abwegen“ zeigen. Ein Buch nicht nur für Eisenbahn-Fans, sondern für alle, die wissen wollen, wie es war, damals.

Datum: 29.06.2018

Die rasante Entwicklung der Eisenbahn nach 1945 war eng mit der Geschichte der Bundesrepublik und dem Wirtschaftswunder verbunden. Die 1949 ins Leben gerufen die Deutsche Bundesbahn war maßgeblich am schnellen Aufschwung in der Nachkriegszeit beteiligt. Das Motto >>Fahr lieber mit der Bundesbahn<< verkörperte trotz des aufkommenden Individualverkehrs den guten Ruf dieses Staatsunternehmens. Besonders die 1950er Jahre, die hier schwergewichtig behandelt werden, kommen in den einzelnen Kapiteln anschaulich zum Ausdruck. Großformatige Aufnahmen prägen unter anderem die Kapitel Abseits der Magistralen, die DB im Straßeneinsatz, Brennpunkt Bahnübergang, Wagen für das Wirtschaftswunder, Elektrisch in die Zukunft, Der Platz vom Bahnhof, Viel Verkehr auf der Vogelfluglinie, Momentaufnahmen zum Ausklang. Diese Zeitdokumente sind von ausführlichen und informativen Texten begleitet und dürften vor allem jene begeistern, die sich für die Jugendjahre der DB interessieren.

Datum: 18.04.2018

Obwohl manche meinen, zur noch jungen Deutschen Bundesbahn sei fast alles gesagt, gezeigt und dokumentiert, finden sich jedoch immer wieder Dokumente, Fotos und andere Quellen, die längst in Vergessenheit geraten waren und dem, der sie wiederentdeckt, mindestens ein Staunen abnötigen. Der Autor hat diesen Effekt bei seiner Suche nach materiellen Zeitzeugen hundertfach erlebt; nun breitet er seine Entdeckungen, Wahrnehmungen und Erkenntnisse zur frühen DB vor einem sicher großen Publikum aus. Udo Kandler ging bei seiner Darstellung von der gesicherten Wissensbasis aus, dass die 1950er-Jahre eine besonders interessante und aufregende Zeit verkörperten – eine Zeit im Hochspannungsfeld von Tradition und Moderne. Sein Buch zeichnet in Bild und Text auf außergewöhnliche Weise eine Deutsche Bundesbahn nach, die in verblüffender Vielfalt ein niemals wiederkehrendes Neben- und Miteinander von Dampf-, Diesel- und Elektrotraktion bot. Schlaglichtartig sei erwähnt, dass der Leser und Betrachter in diesem Buch das urig-alte „Glaskasterl“ 98 307 bei Georgensgemünd ebenso findet, wie einige Seiten weiter die hübsch rundliche „Lollo“ V 160 009 im Düsseldorfer Hauptbahnhof. Ihm begegnet die „DB im Straßeneinsatz“ ebenso, wie der „Haus-zu-Haus-Verkehr“, der mit seinen Behältern der im Buch dargestellten Zeit voraus war. Wer also nur wieder ein „Lokomotivbuch“ vermutet, geht fehl; Udo Kandler hat der Verlockung widerstanden, DB-Historie auf Lokomotivgeschichte zu reduzieren und von daher sein höchst mitteilsames Werk überraschend breit angelegt. Allein schon die vielen Originalplakate dürften mannigfache Emotionen auslösen – sowohl bei denen, die diese Zeit noch erlebten, als auch jenen, die sich Aufbruch und Wirtschaftswunder der Republik und ihrer Bahn zeitgeistig vergegenwärtigen möchten. Will der Modellbahner die Fünziger auf seiner Anlage darstellen – hier findet er gestalterische Vorbilder mit Masse, hier wird er fündig: von der Lok bis zum Wagen, von der Bahnsteigszene bis zum Bahnhofsvorplatz, von der Großenbroder Fähre bis zum Alpenrandbahnhof Lenggries.

Datum: 09.04.2018

Das Wirtschaftswunder in der Bundesrepublik Deutschland war eng mit der damaligen Deutschen Bundesbahn verwoben und wäre ohne sie nicht möglich gewesen. Udo Kandler zeichnet in seinem neuen Werk die Entwicklung der Bahn auf, welche trotz des wachsenden Motorisierung im Güter- und Personensegment die Modernisierung des Schienenverkehrs in Angriff nahm. In den Jugendjahren der jungen Bundesbahn verkörperten Slogans wie „Fahr lieber mit der Bundesbahn“ auch den Willen und die Einsatzbereitschaft der Bahn, die Entwicklung des Verkehrs auf der Schiene nicht aus der Hand zu geben. Udo Kandler zeigt im Buch in zahlreichen Aufnahmen die interessante und prägende Zeit der 1950er Jahre. Auch wirft er einen Blick auf Neuentwicklungen im Fahrzeugpark der Bundesbahn und der damit verbundenen zügigen Entwicklung der Elektrotraktionen. Aber auch den kleinen Nebenbahnen mit dem Nebenbahnretter VT 95 lässt er nicht links liegen. Einen weiteren Blick lässt der Autor auf den Güter- und Personenverkehr der Bahn auf der Straße zu. Neben den Omnibussen zeigt er auch Innovationen auf, die dem Kunden, trotz fehlenden Gleisanschluss mittels Culemeyer oder Huas-zu-Haus-Containern die Möglichkeit boten, seine Ware auf der Schiene zu versenden. Beeindruckend im vorliegenden Werk sind auch die Aufnahmen, welche das damalige Neben- und Miteinander von Dampf-, Diesel- und Elektrotraktionen zeigen. Ein Buch, das sicher nicht nur für den Historiker interessant sein dürfte. Auch der Epoche III-Fan, welcher sich für den Betrieb der damals noch jungen Bundesbahn interessiert, dürfte seine Freude am neuen „Kandler“ haben.