Eisenbahnchronik

Aktuelle Kalenderwoche 23


03.06.1998 Epoche V

ICE-Katastrophe von Eschede

Ausgelöst durch den Bruch eines Radreifens entgleist der mit 287 Reisenden besetzte und 198 km/h schnelle ICE 884 „Wilhelm Conrad Röntgen“ (ICE 1-Garnitur) von München nach Hamburg an einer Weiche in Eschede (Strecke Hannover – Hamburg) und zerschellt an einer in unmittelbarer Nähe befindlichen Straßenbrücke. Bei diesem größten Zugunglück der deutschen Nachkriegsgeschichte sterben 101 Menschen, 88 werden schwer verletzt. Die DB beschließt, aufgrund des Unfalls in Eschede die Höchstgeschwindigkeit der ICE-1-Züge auf 160 km/h bis zu einer intensiven Untersuchung der Radsätze herabzusetzen. Am Tag darauf ordnet das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) an, die zulässige Höchstgeschwindigkeit auch nach diesen Untersuchungen bei 160 km/h zu belassen. Am 6. Juni 1998 zieht die DB auf Bescheid des EBA alle ICE 1 aus dem Verkehr und setzt sie erst nach einer vollständigen Ultraschallkontrolle der Radreifen wieder ein. Bis zum 9. Juni 1998 haben rund ein Dutzend ICE 1 diese Kontrolle durchlaufen und können wieder eingesetzt werden. Als erste Konsequenz des Unfalls ordnet das Eisenbahn-Bundesamt den Austausch aller rund 2880 gummigefederten Radsätze der verbliebenen 720 Mittelwagen gegen Monobloc-Räder ohne Radreifen an.

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04.06.1889 Epoche I

Die steilste Zahnradbahn der Welt: Die Pilatusbahn in der Schweiz eröffnet

05.06.1825 Epoche I

Louis Schwartzkopff (1825 - 1892)

1852 gründete Louis Schwartzkopff an der Berliner Chausseestraße eine Maschinenfabrik und Gießerei, die 1860 durch Brand vernichtet wurde. 1867 lieferte Schwartzkopff die erste Lokomotive aus, die eintausendste 1879. Im Jahr 1870 wandelte er sein Werk in eine Aktiengesellschaft um.

07.06.1912 Epoche I

Auslieferung der 8401 Stettin

Vor über 100 Jahren lieferte die Stettiner Maschinenbau-Aktien-Gesellschaft Vulcan in Stettin-Bredow die erste Lokomotive der Gattung "preußische T 18" als "8401 Stettin" unter der Fabriknummer 2753 aus. Nach zehn Vorauslokomotiven im Jahr 1912 für die damaligen Inselstrecken auf Rügen dauerte die Serienlieferung bis 1939 an, insgesamt sind 544 Lokomotiven nicht nur für Preußen gebaut worden. Mit ihren 100 km/h, die sie vorwärts und rückwärts fahren konnte, war sie über 50 Jahre lang die Universallokomotive im Nahschnellverkehr. In der neuen Sonderausgabe der Eisenbahn-Journal-Redaktion schildert Konrad Koschinski die Entwicklung und Technik der T 18 und lässt ihre Einsätze und ihren Verbleib bis hin zu den erhalten gebliebenen Museumsloks Revue passieren.

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08.06.1936 Epoche II

Alfred de Glehn (1848-1936) und die Entwicklung der Vierzylinder-Verbund-Lokomotiven

Bei der Elsässischen Maschinenbau-Gesellschaft Grafenstaden entsteht 1885 die Lok Nr. 701 der französischen Nordbahn, die erste Vierzylinder-Verbund-Dampflokomotive der Bauart De Glehn. Die Maschine weist bemerkenswerte Konstruktionsmerkmale auf.

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08.06.1975 Epoche IV

Zwischen Warngau und Schaftlach verunglücken zwei aufeinander zufahrende lokbespannte Eilzüge

41 Zuginsassen verlieren ihr Leben, 122 Fahrgäste werden verletzt, die Mehrheit davon schwer. Nur knapp 25 Kilometer Luftlinie liegt der Unglücksort von Bad Aibling entfernt. Auch für das schwere Zugunglück am Faschingsdienstag, 9. Februar 2016, gegen 6:47 Uhr auf der Mangfalltalbahn (Holzkirchen - Rosenheim) war offenbar menschliches Versagen die Ursache gewesen. Das Zugunglück Bad Aibling forderte elf Todesofper, 82 Insassen wurden verletzt, 20 davon schwer. Auf einem eingleisigen Abschnitt stießen zwei Flirt III-Triebzüge der Bayerischen Oberlandbahn in einem schwer einsehbaren Streckenabschnitt bei voller Fahrt frontal aufeinander.

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