Hamburg und die Eisenbahn

Schienenverkehr in der Hansestadt 1964–1973

Noch ein Bildband über die Eisenbahn in Hamburg? Das wird sich mancher fragen; aber das Thema ist so vielschichtig und die Sichtweise der jeweiligen Autoren so unterschiedlich, dass Deutschlands zweitgrößte Stadt eine solche Würdigung verdient.

 

Ich habe mich auf den von mir und meinen Foto- und Eisenbahnfreunden bewusst und intensiv erlebten Zeitraum von 1964 - 1973 beschränkt. Dies hatte den Vorteil, dass eine inhaltliche Dichte erzielt werden konnte, die bei einer weit gefächerten Auslegung des Themas nicht möglich gewesen wäre.

 

Der Grundstock an Fotos und Erlebnissen stammt von vier Fotografen, die während dieses Zeitraums gemeinsam und auch einzeln im Stadtgebiet und im Umland auf Fototour gingen. Sie werden im nächsten Kapitel vorgestellt. Trotzdem habe ich in einigen Fällen auf Quellen anderer Fotografen zurück gegriffen, um die Anzahl der "weißen Flecken" auf der Hamburger Eisenbahnlandkarte so gering wie möglich zu halten. Dafür bedanke ich mich bei (in alphabetischer Reihenfolge) Stefan Carstens, Jürgen Hagemann, Detlef Schikorr und Ulrich Schweim.

 

Der Zeitraum von 1964 bis 1973 ist geprägt durch Wirtschaftswachstum, gesellschaftliche Veränderungen und den Bemühungen der Verkehrsunternehmen, ihren Betrieb zunehmend moderner und rationeller abzuwickeln. Dass dabei manchmal über das Ziel hinausgeschossen wurde, historische Bausubstanz vernichtet und zumindest fragwürdige Weichenstellungen im Nahverkehr getroffen wurden, nur um dem Zeitgeist zu huldigen, geriet schon damals in die Kritik der Öffentlichkeit. Mit den Folgen müssen wir heute leben.

 

Trotzdem ist ist es beachtlich, wie sich das Verkehrswesen im Hamburg entwickelt hat. In diesen Zeitraum fällt die Ablösung der Dampftraktion in der BD Hamburg (auch wenn dies von vielen Eisenbahnfreunden, uns eingeschlossen, bedauert wurde), die Elektrifizierung der aus Süden nach Hamburg führenden Magistralen, die Modernisierung des Wagenparks der Hamburger Hochbahn und die Gründung des Hamburger Verkehrsverbundes.

 

All dies können Sie auf den Seiten des Bandes "Hamburg und die Eisenbahn - Schienenverkehr in der Hansestadt 1964–1973" nachvollziehen, die Älteren unter uns werden sich bestimmt noch an die damalige Zeit gut erinnern. Die Jüngeren bekommen einen Eindruck davon, wie es in der Zeit vor Internet, Tablett, Smartphone, Arbeitsverdichtung und ständiger Erreichbarkeit aussah.

 

Der größte Teil der Fotos wurde in Schwarzweiß aufgenommen. Bis Anfang der 70er Jahre befanden wir uns noch überwiegend in der Ausbildung, und teure Farbfilme wurden daher nur selten verwendet. Es entwickelte sich aber eine Vorliebe für diese Darstellungsform, denn einerseits passte sie gut zu den aussterbenden Dampflokomotiven und andererseits war und ist damit in der Bildaussage eine Konzentration auf das Wesentliche möglich.

 

Ich wünsche Ihnen nun viel Spaß und Muße beim Betrachten und Lesen dieses Bildbandes.

 

Vorwort von Rainer Schnell

Hamburg und die Eisenbahn 1964-1973

mit Subskriptionspreis bis 28.02.2017: € 29.95 statt € 34,95

Erscheint vsl. im März 2017