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Mythos Fischzug

Sg 5321

DVD, Laufzeit ca. 80 Minuten

 

 

 

ISBN: 978-3-89580-964-4
Erscheinungstermin: 31.03.2017

DVD
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Lauda im Jahre 1970: Eine ganze Armada von Dampfloks steht bereit, um Züge über die Hauptstrecke von Würzburg nach Heilbronn zu ziehen. Der kleine Ort im Taubertal ist damals ein großes Dampfzentrum und damit Pilgerstätte für Eisenbahnfreunde aus aller Welt. Der Würzburger Eisenbahnfreund Gerhard Kramer hat diese Atmosphäre mit semiprofessioneller Ausrüstung meisterhaft in Szene gesetzt – vor allem den legendären Fischzug Sg 5321, der mit einer Last von bis zu 1100 Tonnen von zwei Loks befördert werden musste. Erleben Sie die Baureihen 03, 23, 44, 50 und 64 in einer letzten Blütezeit des Dampfbetriebs in Westdeutschland. Mit Originalton, der die einzigartigen historischen Aufnahmen noch authentischer macht. Als exzellente Ergänzung kommen Eisenbahner und Dampflokfans jener Zeit zu Wort, die an die Dampflokhochburg Lauda mit lebendigen Erzählungen erinnern.

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Datum: 28.11.2017

Letzte Dampflokblüte in Lauda: Dampfbetrieb mit 1.100 Tonnen 1970 war die Dampflok schon unübersehbar auf dem Rückzug: Immer mehr Strecken wurden dampffrei, sobald der elektrische Betrieb freigegeben war oder neue Diesellokomotiven verfügbar waren, um die Leistungen zu übernehmen. Das zur BD Stuttgart gehörende Lauda war eine der Inseln, die bis Mitte 1975 Dampfbetrieb aufwiesen. Ein neuer Rio-Grande-Film greift diese letzte Blütezeit, in welcher der Schnellgüterzug 5321 eine besondere Rolle spielt, auf. Bereits in seinem 1984 erschienenen Buch „Dampflok – die populärsten Dampflokomotiven Deutschlands“ hatte Autor Gerd Kramer den Schnellgüterzug (Sg) 5321, auch „Fischzug“ genannt, regelrecht zum Mythos erhoben. Für den Rezensenten war dies das erste eigene Eisenbahnbuch überhaupt, das mit seinen stimmungsvollen Fotos Erinnerungen an Selbsterlebtes weckte. Auf mehreren Seiten behandelte er darin den schweren, aus Bremerhaven-Fischereihafen kommenden Güterzug, der in Würzburg von zwei Dampflokomotiven übernommen und weiter in Richtung Heilbronn befördert wurde. Seinen umgangssprachlichen Namen trug er wegen des ersten Zugteils aus Kühlwagen, die von der deutschen Küste tief ins Landesinnere zu transportieren waren. Meist waren zwei Maschinen der Baureihen 050 bis 053 am Haken, nicht selten kam aber auch eine Personenzuglok der Baureihe 023 als Vorspann zum Einsatz. Doch 1970 stand im auf halber Strecke zwischen Würzburg und Heilbronn liegenden Lauda noch eine ganze Reihe an Dampflokomotiven bereit, um Züge über die Hauptstrecke zu ziehen. Das wird im vorliegenden Film bereits in der Einleitung sehr deutlich. Zwar bildet der Fischzug als wohl spektakulärste und planmäßig ohne Zwischenhalt verkehrende Leistung den roten Faden durch die einzelnen Sequenzen, doch kommen auch Blicke auf den übrigen Verkehr in und um Lauda nicht zu kurz. Wir erleben wir auch die noch ebenso präsente Baureihe 064 im Rangier-, Schiebe- und Streckendienst. Mit den Baureihen 001, 003 und 038 tauchen weitere Dampflokomotiven in den historischen Aufnahmen auf, die es als Spur-Z-Modelle zu kaufen gibt. Am Rande zu sehen sind aber auch die Baureihen 110, 140, 194, 220 (V 200.0) und 236. Eine etwas längere Sequenz wird dem Schnelltriebzug 403/404 eingeräumt, während die 103 mit dem Eröffnungszug des elektrischen Betriebs den Filmbericht schließen darf. All das macht diesen Vorbildfilm gerade auch für unsere Spurweite besonders interessant. Schmerzlich stellen wir jedoch auch fest, welche wichtigen Wagen bis heute im Programm fehlen. Mit semiprofessioneller Ausrüstung überwiegend vom eingangs genannten Gerd Kramer aufgenommen, haben wir es heute mit unwiederbringlichen, historischen Dokumenten zu tun, die bislang nicht veröffentlicht waren. Glücklicherweise hat der Hobbyfilmer damals schon auch die Geräuschkulisse mitaufgenommen, was zu jener Zeit keinesfalls selbstverständlich war, die historischen Filmdokumente aber sehr viel authentischer macht. Dass er durch geschickt gewählte Perspektiven alle Züge auch sehr meisterhaft in Szene gesetzt hat, ist ebenfalls ein Glücksgriff. Er lässt fast vergessen, dass die Qualität des über vierzig Jahre alten Originalfilmmaterials nun mal begrenzt und ihm das auch anzusehen ist. Zum Bildformat 4:3 gab es damals gleichermaßen keine Alternative. Die Filmmacher um Joachim Schmidt wussten genau damit wieder äußerst gekonnt umzugehen und haben die geschichtlichen Sequenzen durch neu gedrehte Aufnahmen ergänzt und mit ihnen kontrastiert. So kommen auch Zeitzeugen zu Wort, die in lebendigen Erzählungen von damals berichten. Die neuen Filmabschnitte verweisen so auf die alljährliche Erinnerung an die Dampflok, der 1978 mit einer Lok der Baureihe 050 ein Denkmal gesetzt wurde, sowie das moderne Lauda. Seine Rolle als Eisenbahnknoten, durch den der Sg 5321 lautstark mit voll ausgelegter Steuerung und komplett geöffnetem Regler donnerte, hat es längst verloren. Mehr als vierzig Jahre zuvor war der kleine Ort im Taubertal noch ein Dampfzentrum und damit zeitweilig auch Pilgerstätte für Eisenbahnfreunde aus aller Welt. Sie freuten sich, dass eine Last von bis zu 1.100 Tonnen bis auf weiteres auf den Steigungen noch von zwei Maschinen befördert werden musste. Schließlich war es auch dort am 31. Mai 1975 mit der letzten Blüte der Dampflok endgültig vorbei. Eingerahmt von oder verbunden durch eindrucksvolle Filmmusik werden besonders auch Aufnahmen auf den Führerständen und aus dem Personen-, Eil- und Schnellzugdienst zum Genuss. Dankbar sein dürfen wir, dass sich Gerd Kramer der Stimmung von Winteraufnahmen mit einer gewaltigen Dampfentwicklung, besonders sogar im rötlichen Licht des Sonnenaufgangs, bewusst war. In der Summe haben wir es mit einem wohl einmaligen Filmdokument zu tun, dessen Aufnahmen zuvor noch vollständig unbekannt waren. Auch das hebt ihn von ähnlichen Produkten ab. Wir nominieren die DVD „Mythos Fischzug Sg 5321“ deshalb für die Neuerscheinungen des Jahres 2017 in der Kategorie Literatur.