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Die Baureihe 03

Die letzten DB-Jahre

DVD, Laufzeit ca. 80 Minuten

 

 

ISBN: 978-3-89580-966-8
Erscheinungstermin: 11.07.2017

DVD
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Die 03, in Fachkreisen auch als die leichte Pazifik bekannt, stand Zeit ihres Schienendaseins meist im Schatten ihrer berühmten Schwester 01, der sie allerdings mit 298 gebauten Exemplaren schon zahlenmäßig überlegen war. 145 Exemplare dieser letztendlich sehr zuverlässigen Baureihe verblieben bei der Bundesbahn. Die Bahnbetriebswerke Hamburg-Altona und Ulm gehörten zu den letzten Hochburgen der Bundesbahn-03, an der Donau beendeten schließlich die letzten Null-Dreier im Jahre 1972 ihre aktive Laufbahn bei der DB. Dieser Film zeigt einmalige und bisher unveröffentlichte Szenen aus dem Alltagsbetrieb dieser beiden 03-Einsatzstellen. Während der letzten zehn Einsatzjahre bewährten sich die Loks voll und ganz, als sie keine Höchstleistungen mehr erbringen mussten. Das wurde gekonnt auf Zelluloid festgehalten. Wie immer ergänzen Erzählungen von alten Eisenbahnern und Fachleuten die perfekt nachvertonten historischen Filmaufnahmen.

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Datum: 02.05.2019

Nur für Anspruchsvolle: Sie sollten, mit Stromlinienschale verkleidet, ein neues Zeitalter des schnellen Reisens einläuten, doch der Krieg verhinderte ihren Vormarsch. Nur 60 von 140 geplanten Lokomotiven der Baureihe 03.10 wurden gebaut, 26 von ihnen kamen nach 1945 zur Bundesbahn. Ein Filmportrait von Rio Grande stellt dieser besondere Schnellzuglok vor, die mit neuem Kessel zur Vorlage für Märklins Insidermodell 2019 wurde. Der Titel dieser Besprechung zielt nicht auf unsere Leser, sicher passt er aber zu den Käufern dieses Films auf DVD. Doch gemeint war mit der vielleicht zunächst provozierend klingenden Überschrift die portraitierte Dampflok selbst. Vor der Neubekesselung war sie eine tickende Zeitbombe, zugleich aber gleichzeitig auch ein willkommenes Zugpferd für die neuen F-Züge. Die Filmmannschaft um Joachim Schmidt hatte sie daher bereits 2006 für ein Portrait der Reihe „Stars der Schiene“ in den Diensten der Bundesbahn auserkoren. Nachdem sie bei ihr den auch für die Baureihe 41 entwickelten Hochleistungskessel erhalten hatte, war das Risiko des nicht alterungsbeständigen Kesselstahls gebannt, dafür hatte sie nun aber ihre Tücken und Eigenarten, mit denen längst nicht jeder Lokführer zurechtkam. Meist waren es die jungen Personale, die mit ihrem schwierig zu bedienenden Heißdampfregler zurechtkamen und ihre Leistungsfähigkeit zu schätzen wussten. Der Wasserstand im Kessel war stets extrem niedrig zu halten, sonst neigten die Maschinen zum Wasserüberreißen. Besonders bei der Fahrt in Steigungen führte das dazu, dass keine Wasserstände mehr angezeigt wurden. Hier war Erfahrung und gute Kenntnis der Baureihe gefragt, sonst drohte beim Nachspeisen ein Kesselzerknall. Dass es zu einem solchen Unglück nie kam, beweist das Geschick und Können der Heizer und Lokführer vom Betriebswerk Hagen-Eckesey. Denn dorthin kamen die Schnellzuglokomotiven ab 1958 mit den neuen Verdampfern, wo sie bis 1966 blieben und sich durchaus bewährten. Glauben wir selbst eingesammelten Augenzeugenberichten, dann verlangten die Hochleistungskessel der DB einfach nur eine völlig andere Feuerungsweise, um optimal zu arbeiten und nicht so stark zum „Rotzen“ zu neigen. Das erklärt dann auch, warum ältere Bedienstete, die auf den DRG-Einheitslokomotiven erfahren waren, keine Freundschaft mit diesen Maschinen schlossen. Auch die Kohlennachschubeinrichtung im mit Drehklappen versehenen Tender besaß ihre Eigenarten und war beim Fahrpersonal wenig beliebt. Daher fuhren die Lokomotiven meist mit geöffneten Klappen. Wohl ebenso an dieser Stelle waren Toleranz und Geduld gefragt, die nicht jedem gleichermaßen lagen. Vieles von alledem ist auch dem zu besprechenden Rio-Grande-Filmwerk zu entnehmen, das erst durch die vielen Berichte und Ausführungen ehemaliger Bediensteter aus Hagen-Eckesey lebendig wird. Nicht vergessen werden darf, dass keine der 26 Vorbildmaschinen aus dem DB-Bestand erhalten blieb. Für ein Filmportrait ist das eine nicht zu unterschätzende Hürde. Die JS-Filmproduktion hat dies jedoch meisterhaft gelöst und die elegante Schnellzuglok mit seltenem historischem Filmmaterial in Szene setzen können. Erst dadurch werden die Erlebnisse der alten Lokführer für den Betrachter nachvollziehbar. Selbstverständlich ist den zeitgenössischen Film- und Tondokumenten das Alter anzuhören und anzusehen. Das reproduzierte Super-8-Material hat schließlich seine typischen Eigenschaften und Schwächen wie Staubpartikel auf dem zu belichtenden Film oder weniger gut belichtete Ecken. Trotzdem erscheint es in der Gesamtbetrachtung gut, dass hier beim Aufbereiten nicht übertrieben wurde. Zum einen hätte dies auch Auswirkungen auf den Preis haben müssen, zum anderen hätte es aber auch der authentischen Wirkung geschadet. So wie es gelöst wurde, weckt es nostalgische Gefühle und ruft auch im Zuschauer die eine oder andere Erinnerung wieder wach, die uns aufzeigt, warum wir der Eisenbahn (zumindest einen Teil) unsere(r) Liebe geschenkt haben. 1966 kam dann das unerwartete Aus für die Baureihe 0310. So ist es hier auch nach bereits rund 44 Minuten. In 03 1001, der Vorlage für Märklins Insidermodell 2019, erlosch als letztes das Feuer. Einige Jahre konnte der Dienststellenleiter sie noch für die Nachwelt hinterstellen und so erhalten, bevor auch sie dem Schneidbrenner zum Opfer fiel. Was bleibt, sind Erinnerungen, Fotografien und eben dieser Film. Er verkürzt auch die Wartezeit für alle, die sehnsüchtig auf die Spur-Z-Umsetzung warten und mit ihrem Modell einem eleganten Dampfross ein eigenes Denkmal setzen wollen.