Wie konnte das geschehen?

Das Zugunglück von Bad Aibling!

Das Zugunglück bei Bad Aibling vom Faschingsdienstag, dem 9. Februar 2016, war nicht nur unfassbar tragisch, es wirft auch viele Fragen auf.

 

Dienstagmorgen im Herzen Oberbayerns. Faschingsdienstag. In zahlreichen Gemeinden der Region der wichtigste Tag im alljährlichen Narrentreiben. Schulkinder haben eine Woche Faschingsferien.

 

Um kurz nach sieben Uhr rauschen die ersten Eilmeldungen durch den Äther und durchs Internet: schweres Zugunglück bei Bad Aibling. Zwei Meridian-Triebzüge stießen frontal zusammen. Mehrere Tote und zahlreiche Verletzte. Ein Großaufgebot an Rettungskräften sei vor Ort. Im Minutentakt werden die Meldungen aktualisiert. Die Zahl der Toten steigt, die Anzahl der Verletzten und Schwerstverletzten erreicht erschreckende Ausmaße. Irgendwann tauchen erste Bilder auf, lassen erahnen, welch ungeheure Katastrophe sich dort ereignete.

 

Nachdem der erste Schock überwunden war, stellte sich nicht nur Medienvertretern die Frage: Was ist passiert?

 

Relativ schnell war klar, dass es auf eine von zwei Begründungen hinauslaufen würde: technisches oder menschliches Versagen entweder auf Seiten der Triebfahrzeugführer oder seitens des Fahrdienstleiters (Fdl) in Bad Aibling. Höhere Gewalt oder ein Anschlag schieden aus.

 

Die DB AG, verantwortlich für die Strecke, verkündete kurz nach dem Unfall, dass wenige Tage zuvor eine Überprüfung der Einrichtungen stattgefunden habe und keinerlei technische Mängel festgestellt worden seien.

 

Der Meridian-Triebzug 79505 verläßt um 5.39 Uhr den Münchner Hauptbahnhof und sollte eine gute Stunde später in Rosenheim ankommen. 39 Minuten zuvor begann die Schicht des Fahrdienstleiters in Bad Aibling. Um 6.37 Uhr fährt Meridian 79506 in Rosenheim ab. Eine Minute später sollte der Zug aus Richtung Holzkirchen/ München in Bad Aibling eintreffen. Er hat sich allerdings drei bis vier Minuten Verspätung eingefangen. Kreuzungshalt für die beiden Züge auf der eingleisigen Strecke ist Kolbermoor. Deshalb hat Meridian 79506, der pünktlich eintrifft, dort einen planmäßigen fünfminütigen Aufenthalt. Zug 79505 hat inzwischen Bad Aibling erreicht. Alles spricht für eine verlegte Zugkreuzung in Bad Aibling, damit der noch pünktlich verkehrende Zug aus Rosenheim keine unnötige Verspätung erhält. Offenbar um 6.45 Uhr verlässt der Flirt 79506 planmäßig Kolbermoor. Inzwischen ist der Zug aus Holzkirchen in Bad Aibling mit seinen drei bis vier Minuten Verspätung eingetroffen und steht am Halt zeigenden Ausfahrsignal in Bad Aibling.

 

Eine fatale Fehlerkette nimmt ihren Lauf

 

Stefan Alkofer, Chefredakteur Modelleisenbahner, analysiert in der aktuellen MEB-Monatsausgabe detailliert den Unfallhergang und stellt sich die Frage: Sind wir technisch nicht längst fähig, solche Unfälle zu verhindern?

 

>>Flugzeuge besitzen ein Kollisionswarnsystem und bewegen sich in drei Dimensionen im Gegensatz zur Eisenbahn, die auf definierten zweidimensionalen Schienen verkehrt. Fahrerlose Kraftfahrzeuge sind eines der heißesten Themen bei großen Internet- und Automobilkonzernen. Und selbst auf meinem Handy ist eine App installiert, die heißt schlicht „iPhone- Suche“, falls ich es einmal verlege. Da soll es nicht möglich sein, ein Ortungssystem für Züge zu installieren, das bei einer drohenden Kollision rechtzeitig warnt? Kaum vorstellbar. Dabei ginge es nicht, wie in den letzten Tagen auch diskutiert, um vollautomatisierten menschenlosen Bahnbetrieb, schließlich kann auch die Technik versagen, sondern um Unterstützung für Fahrdienstleiter und Triebfahrzeugführer in Grenzsituationen.<<

 

von Stefan Alkofer

Chefredakteur Modeleisenbahner

 

Stark gekürzter Auszug aus MEB 04/16 Die V 300-Familie der DR

Bestellnummer: 901604

seit Mittwoch, den 09.03.2016 am Kiosk

 

... und ab sofort als eBook erhältlich!

 

Aus dem Inhalt:

Das Zugunglück von Bad Aibling!

  • Warum erhält ein Zug das Ersatzsignal ZS 1?
  • Warum gab der Fdl das Ersatzsignal?
  • Welche Möglichkeiten hatte der Fdl nach der Weiterfahrt von Zug 79505 am Haltepunkt Bad-Aibling Kurpark?
  • Hätte den Triebfahrzeugführern nicht auch etwas auffallen können?

 

Dampf-Ende

  • Am 29. Mai 1976 wummerten die letzten Jumbos durch das Weserbergland

 

Dampflok gegen Diesellok

  • Ludwig Rotthowe erzählt vom Schnellzugeinsatz einer 23 im Sauerland.

 

An der Allgäubahn

  • Die H0-Vereins- und Ausstellungsanlage der Eisenbahnfreunde Kaufbeuren ist wieder aufgebaut.

 

MEB-Testreport:

  • 112 von Piko, E 69 von Fleischmann, 245 von Arnold und Fleischmann im Vergleich, Im Blickpunkt: Die neue ESU-132

 

Werkstatt:

  • Bloß kein Kabelsalat, Beleuchtetes Uhlenbrock-Haus

 

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