Im Tal der Ruhe

Das Engadin feiert den Geburtstag seiner Bahn

Vor 100 Jahren eröffnete die Rhätische Bahn (RhB) ihre Strecke vom Ober- ins Unterengadin. Das Besondere: Dort fuhr man von Beginn an mit der Kraft des elektrischen Stroms. Die RhB und das Engadin steckten hohe Erwartungen in die Bahn, nicht alle wurden erfüllt.

 

Das alles überstrahlende Zentrum des Engadins ist St. Moritz, einer der weltweit bekanntesten Orte der Schweiz. Touristen, die dorthin fahren, suchen vor allem im Winter weniger die Ruhe, sondern vielmehr eine mondäne Jet-Set-Atmosphäre und polyglottes Vielvölkergemisch. Doch es bedarf nur weniger Kilometer Bahnfahrt, um der Aufgeregtheit des Engadiner Zentrums zu entfliehen, wenige Kilometer entlang des Inns, namensgebender Fluss des Tals.

 

Das Oberengadin rund um St. Moritz hatte bereits 1903 Schienenanschluss, als die Albulabahn das Schweizer Hochtal aus Chur, dem Zentrum Graubündens, kommend, erreichte. Außen vor blieben die Orte des Unterengadins, nördlich von Bever sowie das Val Mustair (Münstertal). Schnell ergriffen die Gemeinden entlang des Inns die Initiative für eine Bahn, die in Bever Anschluss an die Rhätische Bahn haben sollte. Die Gemeinden mussten in finanzielle Vorleistung gehen, um den Kanton und die RhB gemäß Bündner Eisenbahngesetz veranlassen zu können, eine Bahnlinie zu projektieren. Wenig überraschend war die Beteiligung der Oberengadiner Gemeinden zwischen Bever und Zernez zurückhaltender als jene der Unterengadiner Orte. Im Oberengadin waren die Schienen ja bereits angekommen. 1909 begannen die Bauarbeiten und vier Jahre später, am 28. Juni 1913 erfolgte die feierliche Eröffnung.

 

Lesen Sie den Artikel von Stefan Alkofer über das Bahnparadies Graubünden.

im Modelleisenbahner Ausgabe 9/13

Bestellnummer 901309

erscheint am 11.9.2013