Bahnhofsuhren – Die Bahnzeit im Wandel

MEB Spezial: Charmante Details - Kleinode der Eisenbahn

Rund um die Uhr

Der Blick auf die Uhr zählt seit jeher zu den wichtigsten Tätigkeiten rund um die Eisenbahn. Züge müssen nach Fahrplan fahren, um Anschlüsse zu garantieren; Güter sollen bedarfsgerecht geliefert werden, um Produktionsprozesse beim Empfänger sicherzustellen. Reisende richten sich nach den Bahnhofsuhren, um ihre Züge pünktlich zu erreichen.

 

Die Bahnhofsuhr auf dem Bahnhofsgelände gibt sowohl den Fahrgästen als auch Eisenbahnern die verbindliche Zeit für den Zugverkehr vor.

 

Uhren dieser Art waren in der Zeit vor unserer heutigen beschleunigten und vernetzten Ära jedoch keine Selbstverständlichkeit. Schon gar nicht die Einteilung der Zeit in Stunden und Minuten oder gar Sekunden.

 

Bis zum Beginn des Eisenbahnzeitalters galt in der Regel eine sogenannte Ortszeit, die sich am Sonnenstand orientierte. Stand die Sonne im Zenit, war Mittag; mit der Folge, dass 12 Uhr in Berlin keineswegs 12 Uhr in Köln entsprach. Als Orientierung standen den Menschen anfangs nur wenige Uhren, etwa an großen Rathäusern und Kirchen, zur Verfügung. Die zunehmende Vernetzung des Schienenverkehrs Mitte des 19. Jahrhunderts erforderte jedoch einen minutengenauen Fahrplan. Schließlich waren es die Eisenbahnen, die aus der Notwendigkeit eines zuverlässigen Bahnbetriebs die genaue einheitliche Zeit in Orte mit Eisenbahnanschluss brachten. (...)

 

Seit dem 1. April 1893 galt auf den Eisenbahnen des Deutschen Reiches die Mitteleuropäische Zeit, die sich an der 1884 eingeführten Weltzeit GMT (Greenwich Mean Time) orientierte. Schrittweise führten die meisten Staaten unseres Kontinents die 24-Stunden-Einteilung des Tages ein. In Europa war die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft (DRG) das letzte große Bahnunternehmen, das an den zwölf Vormittags- und zwölf Nachmittagsstunden festhielt. Die DRG stellte erst zum Beginn des Sommerfahrplanes am 15. Mai 1927 die Uhrzeit in das 24-Stunden-System um, so wie wir es heute noch kennen.

 

Für den Eisenbahnbetrieb ist es unerlässlich, dass an allen Betriebspunkten die gleiche, exakte Zeitanzeige gewährleistet ist. Bahnhofsuhren sind deshalb so genannte Minutensprungnebenuhren, die von einer zentralen Hauptuhr jede volle Minute einen elektrischen Impuls erhalten und den Minutenzeiger elektromechanisch eine Minute vorspringen lassen.

 

von Rainer Heinrich

 

Ausschnitt aus

 

 

MEB Spezial 23

Am Schienenstrang
Charmante Details - Kleinode der Eisenbahn

- mit Gratis-DVD "Dampfdrehscheibe Lobenstein"
Laufzeit ca. 58 Minuten

 

 

Im MEB Spezial 23 zeigen wir diese Besonderheiten links und rechts der Gleise, die für Unterscheidbarkeit sorgen, die es ermöglichen, Szenen einzuordnen in Regionen und Zeiträume. Ein gewichtiger Modellteil widmet sich diesen Details, die für ein spezielles Flair sorgen. Wir zeigen Ihnen, was auf dem Markt erhältlich ist und wie man die ein oder andere Idee auf der Anlage – auch nachträglich – inszeniert.

 

Das Hauptaugenmerk der beiliegenden Gratis-DVD liegt auf der Strecke Triptis - Ziegenrück - Lobenstein - Blankenstein. Die Baureihen 65, 86, 50 und 58 fahren mit interessanten Zügen durch die märchenhafte Landschaft rund um die Saalestauseen. Auch die P 8, die im "goldenen Oktober" 1993 hier noch einmal fuhr, kommt in diesem prachtvollen Film nicht zu kurz.