Zeitreise nach Ingersleben

Von Vorbildmotiven zum Phantasie-Diorama in H0

Vor über vier Jahrzehnten veröffentlichte Günter Fromm aus Erfurt einen historischen Bericht über eine Kleinbahn, die Rätsel aufgab. Die Anlagenidee, die der Autor an seine Geschichte knüpfte, stellte „Ingersleben“ als Endstation vor, die alles besaß, was man von einem idealen Motiv erwartet: ein typisches Empfangsgebäude, eine Lokstation mit Schuppen und Bekohlung, ein Umlauf-, ein Abstell-, ein Lade- und ein Anschlussgleis.

 

Günter Fromm kombinierte vor über vier Jahrzehnten aus vorhandenen, mithin realen Bahnhofsanlagen, ihm vorliegenden Gleisplänen und archivierten Entwürfen gebauter Strecken eine ganze Reihe kleiner und mittelgroßer Anlagen, insbesondere in der Baugröße H0, später auch in TT und N.

 

Als leitender Hochbauingenieur der Reichsbahndirektion Erfurt hatte der aus Mühlhausen stammende, hochproduktive Autor der damaligen Fachzeitschrift „Der Modelleisenbahner“ Zugang zu zahlreichen Strecken- und Bauunterlagen. Die überhöhten Sicherheits- und Geheimhaltungsvorschriften verboten ihm jedoch, vorliegende Gleispläne ohne weiteres für H0, TT oder N zu übernehmen.

 

So fand er einen Mittelweg: Er wählte interessante Vorbildmotive aus und veränderte, variierte und modifizierte sie, bis man ihr einstiges Vorbild nur dann noch erkennen konnte, wenn man selbst detaillierte Kenntnisse besaß. Sogar die Namen verwandelte Günter Fromm: Aus „Brotterode“ wurde „Brodenrode“, „Frauenwald“ hieß bei Günter Fromm „Frauenstein“ und „Ruhstorf“ ging offensichtlich auf „Ruhla“ zurück. Nicht ohne politische Pikanterie erschien noch zu DDR-Zeiten (!) ein Frommscher Entwurf, der ein gewisses „Grasdorf“ vorstellte, in dem „Nachforscher“ den oberbayerischen Bahnhof „Frasdorf“ erkannten.

 

Bei alldem verwandelte sich ein bekannter Nach- zu einem eigentümlichen Vorteil: Um aus einem Vorbildgleisplan einen im Modell nachbaubaren Gleisplan abzuleiten, sind wohl fast immer erhebliche Verkürzungen der Gleislängen, oft auch steilere Weichenwinkel und sogar kleinere Gebäude unumgänglich.

 

Mit diesen Kompromissen entstand auf dem Zeichenbrett von Günter Fromm eine große Zahl interessanter Gleispläne, die überraschend vorbildnah wirkten, auf jeden Fall aber als Modellbahnanlage realisierbar erschienen. Überdies setzte der Eisenbahnbauingenieur zahllose Vorbildmotive von unterschiedlichen Orten zeichnerisch zu phantastischen Dioramen neu zusammen. Schon beim Studieren der Gleis- und Lagepläne meinte man, all das habe es wirklich so gegeben. Die kolorierten 3D-Illustrationen von Reinhold Barkhoff vermitteln viel Eisenbahnromantik en miniature.

 

Auszug aus

 

Franz Rittig

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