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EJ Hannover

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Rund 75 ICE-Züge rollen täglich in den Hauptbahnhof Hannover, darunter auch der ICE "Spree-Kurier", Symbol für den Wandel gegenüber den erst fünf Jahre zurückliegenden Interzonenzügen. Die Leine-Metropole hat mit der deutschen Einheit ihre alte Bedeutung als Schnittpunkt der wichtigsten Nord-Süd- und Ost-West-Achsen der Bahn in Norddeutschland zurückgewonnen. Hannovers Eisenbahnen befinden sich in einer der größten Umbruchphasen ihrer Geschichte, und das nicht nur wegen der Neubaustrecken nach Würzburg und Berlin. Zur Weltausstellung EXPO 2000 wird die Messestadt ein S-Bahn-Netz erhalten, womit nun auch der lange verzögerte Ausbau des Nahverkehrs endlich kommt. Geleitet wird das "Bahnkreuz des Nordens" ab 1996 vom neuen größten elektronischen Zentralstellwerk der DB am Hauptbahnhof. Darüber hinaus ist in Lehrte ein neues Güterverkehrszentrum geplant.

Wie hat sich Hannover zur heutigen Drehscheibe des Schienenverkehrs entwickelt? Antworten auf diese Frage stehen im Mittelpunkt des Eisenbahn-Journal-Specials 9/94. Umgekehrt hat die Eisenbahn sicherlich auch entscheidenen Anteil am Aufstieg der 1843 mit Vororten 40000 Einwohner zählenden Hauptstadt des gleichnamigen Königreichs zum Mittelpunkt eines Ballungsraums von heute 1,1 Millionen Einwohnern.

Dabei stand man dem grenzüberschreitenden Schienenstrang und den furchterregenden Dampfrössern in Hannover zunächst skeptisch gegenüber. Als am 22. Oktober 1843 endlich der erste Zug von Hannover abfuhr, waren in den übrigen deutschen Ländern schon einige hundert Kilometer Strecken in Betrieb.

Die anfängliche Zurückhaltung hatte ihre Ursache vielleicht gerade in der lange Zeit engen Verbindung zum Mutterland der Eisenbahn: Wegen der Personalunion mit Großbritannien residierte der hannoversche Lönig bis 1837 in London. So profitierte man an der Leine zwar von der Macht des großen Bruders, fristete ansonsten aber nur ein Schattendasein.

Viel Anerkennung fand der von 1844 bis 1847 errichtete "Centralbahnhof", der erste große Durchgangsbahnhof in Deutschland, und sein 1879 eingeweihter Nachfolger. Und was gab es im Laufe der Zeit in diesem Knotenpunkt nicht alles für Lokomotiven zu sehen? Wie viele berühmte Züge hielten im Hauptbahnhof? Doch zum Bild der Eisenbahn im Raum Hannover gehörte ebenso die Steinhuder-Meer-Bahn mit ihrer 50 km langen Meterspurstrecke westlich von Wunstorf. Ferner gab und gibt es zahlreiche Werk-, Hafen- und Feldbahnen. Schließlich ist auf die hannoversche Straßenbahn hinzuweisen, die mit ihrem einst weitläufigen Überlandnetz auch im Güterverkehr oft Aufgaben der Eisenbahn übernahm.

Bei den Fotos dieser neuen Publikation aus dem Hause Merker liegt das Gewicht eher auf den letzten zehn Jahren. Die Eisenbahnlandschaft in und um Hannover scheinst heute fast ein "Niemandsland" für Eisenbahnfreunde zu sein, die hier vergeblich nach alten Bahnsteighallen, aufwendigen Kunstbauten oder verträumten Nebenbahnen Ausschau halten. Dennoch finden sich schöne Fotomotive, vor allem im Leinetal, entlang der Güterumgehungsbahn und auf der Bahnstrecke nach Altenbeken.

Wem also Hannover "am Herzen liegt", der kommt hier unter dem Aspekt Eisenbahn voll auf seine Kosten!

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