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EJ Die RhB - Teil 3

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Mit dem Spatenstich zum Bau der ersten RhB-Strecke fiel zeitlich auch die Geburtsstunde der elektrischen Eisenbahn in der Schweiz zusammen. Während im Jahr 1888 die Arbeiter in Graubünden die Trasse Landquart - Davos erstellten, fuhr in Montreux (am Genfersee) bereits eine mit Gleichstrom gespeiste Straßenbahn. Schon zehn Jahre später kletterte die bis 200‰ steile Zahnradbahn vom Matterhorndorf Zermatt zum Gornergrat hoch. Ihre Rowanzüge bezogen Dreiphasen-Wechselstrom (Drehstrom) aus einer Doppeldraht-Fahrleitung. Wiederum verging ein Jahrzehnt, bis die Elektrotraktion auch in den Bündner Bergen Einzug hielt. Hier verkehrte ab 1908 die selbstständige Berninabahn auf ihrem ersten Streckenabschnitt mit 750 V Gleichstrom.

Auch die RhB wollte von dieser neuen Betriebsart profitieren. Ihr Verwaltungsrat beschloss deshalb am 10. März 1910, die kurz vor Baubeginn stehende Verbindung ins Unterengadin als elektrische Versuchsstrecke einzurichten. So erhielten die Engadiner Strecken St.Moritz - Bever - Scuol sowie Pontresina - Samedan bis 1913 eine von Siemens-Schuckert eingerichtete und von den KWB mit Einphasen-Wechselstrom 11 kV / 16 2/3 Hz gespeiste Fahrleitung. Den Regelverkehr zwischen Bever und Scuol wickelten die RhB nach der Eröffnung am 1. Juli 1913 mit sieben Kleinloks des Typs Ge 2/4 ab.

Natürlich gab es in den ersten Betriebsjahren viele unerwartete Probleme zu lösen. Die noch junge Technik bewährte sich aber überraschend gut. Dank ihrer mutigen Pionierrolle bei der praktischen Erprobung der Wechselstrom-Traktion konnte die RhB zwischen 1919 und 1922 - gleichzeitig mit der berühmten Gotthardbahn - ihr ganzes damaliges Streckennetz elektrifizieren. Die umweltfreundliche Zugförderung brachte ihr entscheidende Vorteile und sicherte ihre Existenz als modernen Verkehrsunternehmen bis in die heutige Zeit.

In diesem Sinne ist auch der Entscheid zu werten, die bei der Fusion 1941 erworbene und ursprünglich mit 2200 V Gleichstrom gespeiste Arosabahn künftig mit Einphasen-Wechselstrom zu betreiben. Mit Investitionen von rund 59 Mio. sFr konnte dieses Vorhaben bis 29. November 1997 realisiert werden. Damit ging zwischen Chur und Arosa eine bahntechnisch interessante Epoche zu Ende, und gleichzeitg begann dort ein neues Kapitel der Bahngeschichte. Die betagten Triebwagen bleiben nun in den Depots, während modernste Zugkompositionen von leistungsfähigeren Elloks über die touristisch wichtige Verbindung zwischen dem Bündner Kantonshauptort und dem vielbesuchten Kurort Arosa befördert werden.

Die vorliegende Special-Ausgabe RhB, Teil 3, befasst sich eingehend mit den zauberhaften Engadiner Strecken St.Moritz - Bever - Scuol-Tarasp sowie Pontresina - Samedan, die als erste Abschnitte der Rhätischen Bahn mit Elektrotraktion befahren wurden. Gleichzeitig wirft sie einen Blick zurück auf die Gleichstrom-Epoche bei der Arosabahn und schildert auch die ungewähnliche Umelektrifizierung. Die sehr aktuelle Berichterstattung berücksichtigt auch die ersten Betriebsmonate mit lokbespannten Zügen unter dem Wechselstrom-Fahrdraht. Dabei wird der neugeschaffene Arosa-Express als im Moment originellste RhB-Zugkomposition vorgestellt.

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