Luxus, Tempo und Charme

Luxus, Tempo und Charme

 

Einmal im plüschbezogenen Polstersessel mondän nach Paris, Mailand oder Zürich reisen, mit zeitsparender Grenzkontrolle im fahrenden Zug, zwischendurch von charmanten Stewardessen kulinarisch verwöhnt – die meisten Bahnkunden konnten davon nur träumen. Sie blieben auf den grünen Schnellzug angewiesen, oft von strengen Schaffnern herablassend als „Beförderungsfall“ mal grade so geduldet. Gut betucht sollte schon sein, wer sich den Luxus des Trans-Europ-Express gönnen wollte. „Otto Normalverbraucher“ konnte sich die Fahrkarte erster Klasse mit deftigem Zuschlag kaum leisten. Herren mit Schlips waren im TEE in der Überzahl, viele von ihnen ins Aktenstudium vertieft oder im blauen Dunst dicker Zigarren Geschäftliches besprechend. Damen von Welt im eleganten Kostüm, gar langbeinige Schönheiten, ließen sich in den noblen Zügen jedenfalls seltener bewundern als es Reklamefotos verhießen.

 

Die Hauszeitschrift der Deutschen Bundesbahn schrieb im Premierenjahr 1957 eher dröge: „Der TEE ist vorwiegend für den Geschäfts- und Behördenverkehr zwischen Schwerpunkten des politischen und wirtschaftlichen Lebens bestimmt ... Er bietet Städteverbindungen für eine bestimmte Gruppe eiliger Reisender“. Adrett gekleidete Damen erledigten im Zugsekretariat Korrespondenz. Diesen Kundendienst gab es allerdings schon seit 1951 in F-Zügen. Eigens für den Service im Trans-Europ-Express bildete die Deutsche Schlafwagen- und Speisewagengesellschaft (DSG) jedoch 1956/57 erstmals Stewardessen aus. Ihre Aufgabe war es, die Fahrgäste im Restaurant und an der Bar zu betreuen, von der Bestellaufnahme über das Servieren bis zum Kassieren. Darüberhinaus sollten sie auch bahntypische Auskünfte geben, sich also mit Fahrkarten und Fahrplänen auskennen. Abitur oder Mittlere Reife sowie das Beherrschen wenigstens zweier Fremdsprachen gehörten zu den Einstellungsvoraussetzungen. Erwünscht waren nur „Fräuleins“, das heißt nur lediges weibliches Personal – ein Schelm, wer dabei an den Flirtfaktor denkt ...

 

Hohes Reisetempo, auf die Interessen von Geschäftsleuten abgestimmte Fahrpläne, herausragender Komfort und ebenso exzellenter wie charmanter Service kamen sehr gut an. Von 1958 bis 1967 vervierfachte sich die Zahl der TEE-Reisenden auf rund 4,5 Millionen pro Jahr. Die Zahl der in acht Ländern verkehrenden Zugpaare wurde im selben Zeitraum von 14 auf 24 erhöht. Bis 1974 wuchs sie auf 45 in nun zehn Staaten, doch die Fahrgastzahlen stiegen nicht im erwarteten Umfang weiter an, auf etlichen Strecken stagnierten sie oder gingen sogar zurück. Ab 1975 nahm die Zugzahl Jahr um Jahr ab. Am 30. Mai 1987 kam für den TEE-Verkehr offiziell das Aus, nur ein internationales Zugpaar zwischen Zürich und Mailand sowie vier Inlands-Kurse in Frankreich konnten sich etwas länger halten. Das elitäre Angebot passte nicht mehr in die Zeit. Umso faszinierender ist es, 50 Jahre nach ihrem Beginn und 20 Jahre nach ihrem Ende die glanzvolle Ära des Trans-Europ-Express nochmals Revue passieren zu lassen.

 

Auszug aus

Die TEE-Story

50 Jahre Trans Europ Express

von Konrad Koschinski

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