Deklassierte Schnellzuglok

Preußische P 8

Die P 8 entstand in der Zeit des epochalen Übergangs von der Nassdampf- zur Heißdampflokomotive. Die Konstruktion unterlag starken Einschränkungen bezüglich Länge und Gewicht, die gewünschte Höchstgeschwindigkeit von 110 km/h musste auf Tempo 100 reduziert werden. Diverse Kinderkrankheiten galt es zu beseitigen

 

Keine Schönheit, aber in ihrer Schlichtheit genial! So lässt sich die Quintessenz der auf die preußische P 8 gesungenen Lobeshymnen in aller Kürze zusammenfassen. Die meisten Eisenbahnfreunde huldigten der 38er erst, als deren Stückzahl überschaubar geworden war. Doch ganz ohne romantisierende Verklärung schätzten Generationen von Werkstatt- und Lokpersonalen in seltener Einmütigkeit die jahrzehntelang allgegenwärtige Preußin als unkomplizierte, zuverlässigste, sparsamste und zudem universell einsetzbare Lokomotivtype – ihr die wenigen Mängel verzeihend kurzum als „die Beste“.

 

Dabei war die so überaus erfolgreiche P 8 nicht auf Anhieb der große Wurf. Nach Vorgaben des Geheimen Baurats Robert Garbe, Maschinendezernent in der Eisenbahndirektion Berlin, sollte sie eine Schnellzuglok werden. Doch die zehn anno 1906 in Dienst gestellten „Ur-P 8“ offenbarten nicht bloß diverse Kinderkrankheiten, wie sie bei Neuentwicklungen üblicherweise halt auftreten. Mehr noch: Ihre Konstruktion erwies sich selbst nach mehrfacher Überarbeitung für die angestrebte Höchstgeschwindigkeit von 110 km/h als ungeeignet, insofern hatte sich Garbe gründlich geirrt. Allerdings wurden ihm zu Unrecht mancherlei konstruktive Mängel vorgeworfen, ohne zu bedenken, in welcher Zeit die P 8 entstand – nämlich in der des epochalen Übergangs von der Nassdampf- zur Heißdampflokomotive.

 

Auszug aus

 

Preußische P 8

Technik, Einsatz, Museumslok

Großzügige Bebilderung, teils in Farbe, mehrere detaillierte Lokzeichnungen.

Best.-Nr.: 541601 l € 12,50

 

Jetzt auch als eBook erhältlich

Die p 8 - Baureihe 38.10-40

EJ-Sonderausgabe 1995/4

Horst J. Obermayer / Manfred Weisbrod

u.a. T 38 32 55 mit Abdampfturbinen-Triebtender, die Baureihe 38.10-40 mit Giesl-Flachejektor

(als Printausgabe bereits vergriffen)