Bilder von Hermann Gerdes

Hans-Dieter Jahr: Aus meinem Foto-Archiv

Im Mai wäre er 90 Jahre alt geworden. Leider ist der leidenschaftliche und begnadete Hobbyfotograf vor einem Jahr verstorben. Anlässe genug, eine kleine Auswahl seiner schönsten Aufnahmen zu zeigen

 

Vor ungefähr zehn Jahren habe ich Hermann Gerdes kennengelernt. Er hatte auf meine Anzeige im Eisenbahn-Journal reagiert, mit der ich nach alten Eisenbahn-Dias und -Negativen gesucht habe. Also rief er mich an und wir sprachen sicherlich eine gute Stunde lang miteinander. Er erzählte mir, dass er 79 Jahre alt sei und sich von Kindesbeinen an für die Eisenbahn interessiert hat. Kein Wunder, wohnte er doch in Altena, ganz in der Nähe zur Bahn, genauer am Kilometer Krieg und auch danach „der Teufel los war“. Auch, dass er bei vielen Gelegenheiten fotografiert habe, aber sein Sohn sich so gar nicht für Eisenbahnen interessiert und er deshalb befürchtet, dass all diese Aufnahmen nach seinem Tod im Müllcontainer verschwinden würden.

 

Manch ein puristischer Fotograf heutiger Zeiten wird sicher einiges an Hermanns Bildern zu bemäkeln haben:

 

„Eine 03.10 mit angeschnittenem Tender, eine P 10 mit Führerhaus und Tender im Dunkel, das geht gar nicht ...“ – Ganz im Gegenteil: Das geht, und wie das geht, denn Hermanns Bilder haben so viel Flair, dass heutige Fotografen gar nicht mithalten können.

 

Was nützt mir ein perfekt komponiertes Portrait einer gesichtslosen E-Lok in einer sterilen Eisenbahnlandschaft? Die kann ich mir im Internet zu Hunderten ansehen, tue es aber nicht, denn es fehlt das ganze Drumherum der alten Eisenbahnlandschaft.

 

Spazieren Sie mal, so wie ich es liebe, durch solch alte Fotos. Sie werden tausend sehenswerte Kleinigkeiten entdecken, liebe/r Leser/in, die es auf heutigen Bildern nicht mehr zu entdecken gibt.

 

Hermann Gerdes und ich blieben ständig in Verbindung und haben uns gegenseitig sehr geschätzt, ich ihn als väterlichen Freund, denn er war ja nur ein Jahr und drei Wochen vor meinem eigenen Vater geboren. Er mich, weil ich ja auch Diplomingenieur bin und ihm viel über die Funktionalität der von ihm besonders geliebten Dampfloks anschaulich erläutern konnte. Weil einer der Gründe für diesen Beitrag ja auch leider – wie eingangs erwähnt – der erste Todestag von Hermann Gerdes ist, darf eine Aufnahme hier letztlich nicht fehlen:

 

Fast genau 56 Jahre nach der Aufnahme der 01 1100, die am 23. März 1962 vor der Einfahrt nach Gießen gestellt wurde, hat auch ihm vergangenes Jahr das Leben „Hp 0“ gezeigt, exakt zwei Wochen vor seinem 89. Geburtstag; jetzt im Mai 2019 wäre sein Neunzigster gewesen ...

 

Die Limburger 39 146 schmückte als Hauptmotiv mein Beileidsschreiben an seine Familie, und gerade seine liebe Frau hat sich sehr gefreut, denn sie fand die DIN-A4-Karte so anrührend, dass die heute gerahmt auf dem Sideboard in ihrem Wohnzimmer steht. Hermann Gerdes war ein ganz feiner und liebevoller Mensch, und ich denke noch oft an ihn. Und, wie gerade wieder einmal geschehen, ich telefoniere ab und zu mit seiner Frau, die sich schon sehr auf diesen Beitrag freut.

 

von Hans-Dieter Jahr

 

Auszug aus dem Monatsheft

Eisenbahn Journal 06/19

Anlagenporträt: Gebeles Nebenbahnromantik

erscheint am 22.05.2019

 

Themen der Ausgabe

  • Streckenhistorie Wiesau – Waldsassen
  • Porträt V 90 Die „Eigenständige“
  • Test Pflasterroller von RailNScale

 

 

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