Electrip

Kostengünstige Modellbahnsteuerung mit Gamepad und PC

Moritz Renftle ist 17 Jahre alt und Schüler. Seine Hobbys sind die Modelleisenbahn und der Computer. Was liegt näher als beides zusammenzuführen? Herausgekommen ist das Projekt Electrip, bei dem die Lokomotiven der Modellbahn mit Gamepads gesteuert werden.

 

Wer eine digitale Modellbahn besitzt, kennt das Gefühl: Es gibt so viele tolle Möglichkeiten und alle sind so richtig teuer. Auf dem Markt für Digitalzentralen gibt es immer noch eine große Lücke zwischen den günstigen, jedoch funktional sehr eingeschränkten Geräten und den sehr guten Digitalzentralen mit großem Funktionsumfang, die aufgrund des Preises nicht für jeden erschwinglich sind.

 

Wer zum Beispiel wie ich mit einer „Mobile Station“ von Märklin angefangen hat, muss beim Einsatz von mehr als elf digitalen Loks eine weitere Mobile Station dazukaufen oder sich gleich für ein Gerät mit Touchscreen entscheiden, dessen Besonderheiten er eigentlich nicht benötigt (und das er sich von seinem Taschengeld sowieso nicht leisten kann). Deshalb habe ich mir Gedanken über eine alternative Steuerung gemacht, die möglichst wenig in der Anschaffung kostet und die Steuerung beliebig vieler Lokomotiven mit mehreren Eingabegeräten unterstützt.

 

Recht schnell kam ich auf eine Idee: Warum nicht ein einfaches Gamepad am Computer benutzen? Ein Gamepad ist mobiler als eine Maus, da man an keine Unterlage gebunden ist. Funk-Gamepads verzichten sogar auf das Kabel und man kann sich frei bewegen. Außerdem können mehrere Gamepads zur selben Zeit parallel eingesetzt werden, so dass mehrere Benutzer parallel Züge steuern können. Gamepads sind auch relativ günstig und eignen sich daher perfekt für eine Modellbahnsteuerung.

 

von Moritz Renftle

Auszug aus Digitale Modellbahn 02/2013 (Bestellnummer 651302)

Weitere Infos bitte hier klicken

 

Electrip bei „Jugend forscht“

Der „Jugend forscht“-Wettbewerb verschafft Jugendlichen die Möglichkeit, ein eigenes wissenschaftliches Projekt öffentlich zu präsentieren und von einer Fachjury bewerten zu lassen. Es handelt sich also um Nachwuchsförderung im Bereich Forschung und Entwicklung. Die Anmeldung unterliegt keinen speziellen Bedingungen, jeder Schüler im Alter von 15 – 21 (bis erstes Studienjahr) kann alleine oder in Gruppen von bis zu 3 Schülern mitmachen. Projekte müssen in eine der folgenden Kategorien Arbeitswelt, Bio und Chemie, Geo-/Raumwissenschaften, Mathe/Informatik, Technik, Physik passen.

 

Nach der Anmeldung muss in einem best. Zeitraum die schriftliche Arbeit zum Forschungsthema eingereicht werden. D arauf folgt dann die Präsentation vor der Jury und der (interessierten) Öffentlichkeit. Die Jury bewertet sowohl die schriftliche Arbeit als auch die Präsentation nach bestimmten Kriterien (z.B. Idee + Umsetzung). Die Jury begründet ihre Entscheidungen nicht schriftlich, sondern gibt mündliches Feedback. Die Siegerprojekte der einzelnen Kategorien erreichen die nächsthöhere Stufe, d.h., sie werden vom Regional- zum Landes- und danach Bundeswettbewerb weitergegeben.

 

Unser Autor Moritz Renftle verteidigte das Electrip-Projekt auf dem Regionalwettbewerb in Altensteig am 1./2. März 2012. Es kam gut an und wurde als „bereits marktreifes Produkt“ bezeichnet, die Benutzeroberfläche und das Gamepad-Konzept gefielen der Jury besonders gut. Im Bereich Technik gab es allerdings noch über zehn andere Projekte, manche waren noch „wissenschaftlicher“ und hatten mehr „Bastelcharakter“, was Moritz Renftle eigentlich vermeiden wollte. Dennoch wurde seinem Projekt eine gewisse Reife bescheinigt, denn es belegte den 3. Platz seiner Kategorie.

 

Hier finden Sie den Link auf das sourceforge-Projekt Electrip von Moritz Renftle:

http://sourceforge.net/projects/electrip/?source=navbar

 

"Jugend forscht":

Der damalige Stern Chefredakteur rief 1965 den Wettbewerb ins Leben. Am ersten Wettbewerb nahmen 244 Jugendliche teil, 2013 sind es bundesweit fast 11.000 Jungforscher. Der Wettbewerb ist in zwei Altersklassen unterteil: Die bis 14-Jährigen messen sich bei "Schüler experimentieren", die 15- bis -Jährigen bei "Jugend forscht".